Short-Zertifikate

Short-Zertifikate: Schutz bei fallenden Kursen

Nicht nur für Anleger, die mit sinkenden Kursen rechnen, sind Investitionen in Short-Zertifikate eine Überlegung wert. Sie steigen umso stärker, je tiefer die Notierung des zugrundelegenden Basiswertes sinkt. Hierbei kann es sich um eine Aktie, einen Index oder Rohstoffe handeln. Damit eignen sie sich als kurzfristiges Gegengewicht, um Aktienpositionen zu Hedgen, also abzusichern – gerade im Anschluss an Wertsteigerungen. Short-Zertifikate stellen somit eine Alternative zu Leerverkäufen dar, die Privatanlegern in Deutschland kaum offen stehen.


Short-Zertifikate als Depotbeimischung

Neben der Spekulation auf fallende Kurse eröffnen sich auch Möglichkeiten zur Depotabsicherung: Mit Zertifikaten, deren Wertentwicklung sich spiegelbildlich zu den restlichen Depotpositionen verhält, lässt sich eine Risikominderung für den Fall unerwarteter Entwicklungen erkaufen. Die Geldanlage-Experten von 9Brands weisen darauf hin, dass dabei darauf zu achten ist, dass die Sicherungspositionen die abzusichernden widerspiegeln. Ein Short-Zertifikat auf den DAX taugt nicht als Absicherung gegen Einbrüche der Emerging Markets. Und dieses Plus an Sicherheit hat seinen Preis: Transaktionskosten und Verwaltungsgebühren sind zu berücksichtigen. Die Kosten einer permanenten und vollständigen Abdeckung des gesamten Depots würden den Nutzen übersteigen.

Hebelwirkung und Risiken

Ein weiteres Auswahlkriterium ist neben dem Basiswert der angesetzte Hebel. Konstante Hebelwirkung bieten Open-End-Zertifikate auf Basis der täglichen Schlusskurse. Generell sind Short-Zertifikate keine risikoarme Anlagealternative für Konjunkturpessimisten und nicht für langfristige Investitionen konzipiert. Sie passen nicht in eine passiv-konservative Anlagestrategie. Gerade in der Ausprägung als Knockout- oder Turbozertifikat ist die Besonderheit der Knock-Out-Barriere (K.O.-Schwelle) zu beachten: Übersteigt der Kurs des Basiswerts den festgesetzten Schwellenwert, verfällt das Zertifikat wertlos. Anderes als bei Verkaufsoptionen (Put-Optionen) wird nicht das Recht erworben, den zugrundeliegenden Basiswert zu einem niedrigeren Preis zu verkaufen. Berücksichtigen sollten Sie zudem das Risiko eines Totalverlusts im Fall der Zahlungsunfähigkeit des Emittenten.