Spieleranking Special: Bewertungssystem

[Gleich vorweg entschuldige ich mich im folgenden Beitrag bei Sebastian „2nd Place is the First Loser“ B. dass ich meistens nur konkret ihn anspreche. Das liegt daran, dass ich bisher nur mit ihm darüber diskutiert und direkt kommuniziert habe. Ich weiß aber dass er nur Sprachrohr für alle Beteiligten ist]


Ich weiß, es gab zum Schluss, als es entschieden war noch heftige Diskussionen mit den Verlierern (Sebastian B.), wegen der Punktewertung. Herr B. kritisiert die noch nicht ganz ausgereifte Berechnung unserer Spiele. Ich sehe das allerdings anders.

 

Ich wiederhole:

– Die Größe der Spielrunde fließt ein (ein Sieg in einer 6er Runde ist logischer Weise MEHR wert als eine 3er)

– Leute die häufiger spielen haben nicht automatisch mehr Punkte (Formel 1-System). Der wichtigste Punkt!

– Dadurch können auch neue Leute die seltener spielen mit einsteigen. Gerechnet werden zur Zeit nur Spieler die mindestens 2 Spiele mitgemacht haben.

– Letzter Plätze werden auch bestraft, was ich als VORTEIL betrachte! Vor allem in großen Runden (5+) ist ein letzter Platz schon wirklich mies und sollte auch als solches behandelt werden.

– Und der Punkt der irgendwie niemand glaubt, GUTE Leistungen werden sehr wohl belohnt, und kann schlechte sehr wohl ausgleichen! Das Problem war, dass NUR Roland L. einen wirklichen Vorsprung hatte (du z.B. nie Herr B.!). Und es hat tatsächlich Monate, und viele schlechte Spiele gedauert bis Herr L. abgestürzt ist, eben wegen diesem Polster hat es länger gebraucht!

 

Wie erwähnt fließen letzte Plätze sehr stark ein, vielleicht passt das vielen Leuten nicht. Aber NUR mit dieser Methode ist es möglich, dass wir KEIN Formel 1-System haben. Sobald es in einem Spiel mehr positive als negative Punkte zu gewinnen gibt, ist es Fakt, dass Personen die häufiger spielen einen Vorteil haben. So gewinnt IMMER Ronald P., da er der einzige ist der bei JEDER Partie dabei ist, das könnt ihr mir glauben (ich habe die Formel 1-Berechnung auch im Excel dabei, und da ist es genau so).

Ich bin der Meinung dass das System sehr wohl gut ausgeklügelt ist. Aber sehen wir uns die einzelnen Kritikpunkte genauer an

 

1) Was speziell angemerkt wurde ist, dass er meint das bestimmte Kombinationen an Spielern, also bestimmte Spielerunden stärker besetzt sind wie andere. Also wenn Ronald, Sonja, Sebastian spielen ist es vielleicht schwerer zu bestehen also wenn z.B. Suuth, Marcel 😉 oder Thissi dabei ist (da sie weniger gespielt haben etc.). Mag sein. Aber wer bestimmt wer wie gut spielt? Welche Runden sind schwieriger und welcher schlechter? Und vor allem, wer entscheidet das? Ich? Wäre gut, dann sag ich dass ich immer in einer schwierigen runde spiele 😉

Man könnte vielleicht einfach machen, dass Leute die häufiger spielen generell stärker sind oder zumindest stärker sein sollten. Nur weil der Marcel einfach sehr oft verliert, sollte er dennoch zu den stärkeren gehören allein durch seine Erfahrung, ist zumindest meine Meinung. Ich hätte da auch schon eine Idee wegen einer Berechnung/Formel. Dennoch überzeugt mich das nicht wirklich. Und zwar aus einem einfachen Grund:

 

Bekommt Red Bull Salzbrug (österr. Bundesliga) weniger Punkte, weil sie Wiener Neustadt besiegen, weil sie ja “schlechter” sind als andere Gegner? Oder kann sich Mattersburg in der Liga mehr drum kaufen wenn sie die Austria besiegen als wenn sie “nur” Ried schlagen?

Macht es einen Unterschied ob Roger Federer einen Top 10 Spieler oder die Nr. 4035 der ATP-Weltrangliste besiegt (was die ATP-Punkte betrifft)? Oder kriegt Nedunchezhiyan Jeevan aus Indien (Nr 421) plötzlich einen Sonderpreis weil er Mal den Djokovic aus dem Turnier pfeffert?

Kriegt ein NFL oder NHL-Verein vom Westen der USA mehr Punkte, weil sie vielelicht mal in einem Jahr die “stärkeren” Gegner in ihrer Liga haben als die im Osten?

Kriegt der Vettel statt 25 Punkte weniger Punkte für einen Sieg weil plötzlich das Feld schwächer wurde (durch Ausfall, Krankheit etc.)?

Oder ist es nicht IMMER gleich, ganz EGAL wer gegen wen spielt, kämpft oder was auch immer?!

Es geht ja darum sich zu entwickeln, die Kleinen den Großen ein Bein zu stellen. So läuft es fast überall. Und wieso soll das bei uns nicht so sein? Noch dazu wo Brettspiele doch einen ETWAS höheren Glücksanteil haben wie Sportarten/Sportler. Wo wirklich jeder noch so große Loser jeden schlagen kann, weil man wieder Mal einen schlechten Würfelwurf gemacht hat. Barcelona wird aber wohl eher selten gegen die Admira verlieren, würde aber in einem internationalen Bewerb exakt genauso viel Punkte bekommen (nämlich 3) wie gegen Real Madrid.

Auch ein weiterer Grund sollte erwähnt werden, das „Stürzen auf den Führenden“. Ich erlebe es in ungefähr 8 von 10 Spielen, dass der der gerade am weitesten vorne ist auch am stärksten angegriffen wird. Alleine das sollte schon einen ordentlichen Puffer gegen sogenannte „gute“ Spieler sein. Sie werden sowieso meistens viel härter behandelt, und ich weiß wovon ich rede  😉

 

2) Ein weiterer Vorwurf der von mehreren kam ist, dass der Abstand zwischen dem ersten und zweiten Platz zu groß ist, was die Punkteaufteilung betrifft. Es stimmt schon, das System zielt klar darauf ab, und dahinter stehe ich ebenfalls, dass jeder einen Ansporn hat ERSTER zu werden, und sich durch Bunkertaktiken um noch irgendwie einen 2. Platz zu retten nicht die Regel sein sollte. Ein erster Platz sollte immer belohnt werden. Verstehe nicht wieso das nur ich so sehe. Auch (mittlerweile mein Lieblingsbeispiel) in der Formel 1 ist die Kurve steil. Der 1. kriegt 25, der 2. rutsch gleich fett ab mit 18, 3. 15 und dann rückt es erst näher zusammen. Grund ist ganz einfach: man will dass sich jeder wirklich um einen SIEG bemüht. Hat sich schon Mal jemand gefragt warum es die 3Punkte-Regel im Fußball gibt seit einigen Jahren? Ja genau. Damit nicht jede scheiß partie Unentschieden ausgeht (Catenaccio lässt grüßen). Sind zwei Unentschieden wirklich genau gleich viel Wert wie ein Sieg? Früher als es die 2-Punkte/Sieg-Regel noch gab anscheinend schon. Oder andere Beispiel? FIS (Ski) Weltcupwertung. 1. 100P, 2. 80P, danach 60, 50, 45 und immer flacher. Laut Herrn B. muss das auch ziemlich komisch sein, immerhin kriegt man genauso viele Punkte zwischen 1. und 2. mehr, wie zwischen 13. und 30. (!!) Platz. Ziemlich unfair wie ich finde. 17 Plätze verbessern müsste doch eigentlich deutlich besser bewertet werden also wenn man nur einen einzigen (!) Platz verbessert. Beides aber die selbe Differenz an Punkten.

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Generell ist diese Punktewertung, das ganze System, auf statistische Wahrscheinlichkeiten bzw. Erwartungen basierend. Sie macht nichts anderes als einen Faktor zu benutzen der sich aus der statistischen Wahrscheinlichkeit/Erwartung einen gewissen Platz zu erreichen ergibt. Die Chance oder die Erwartung 1. zu werden (in einer gleichmäßigen 5er Runde) ist exakt 1:5, Faktor/Punkte 5,0. Wie gesagt gleichmäßig sollte es meiner Meinung nach bewertet werden, wie ich im oberen kursiven Teil bereits ausfühlich geschildert habe. Äquivalent natürlich die Chance ausgerechnet letzter zu werden, ebenfalls 1:5 (auch wenns keiner glaubt, das muss auch erst Mal jemand schaffen)

Die anderen Plätze ergeben sich aus der selben Rechnung, ebenfalls aus einer Erwartung:

Erwartung/Wahrscheinlichkeit (=P1) so schlecht oder schlechter abzuschneiden DURCH Erwartung/Wahrscheinlichkeit (=P2) so gut oder besser abzuschneiden:

Bsp 2. Platz in 5er Runde:

Wahrscheinlichkeit/Erwartung mindestens so schlecht oder schlechter abzuschneiden ist sehr hoch. Man kann davon ausgehen, dass man in den meisten Fällen 2. oder schlechter wird, und zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% (man kann 2., 3., 4. und 5. werden, also 4 Möglichkeiten bei 5 Plätzen!). Also 80% = 4/5

Und umgekehrt verhält es sich natürlich verkehrt herum: Die Wahrscheinlichkeit so gut oder sogar besser zu werden ist eher gering, und zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von 40% (man kann 2. und 1. werden, also 2 Möglichkeiten bei 5 Plätzen). Also 40% = 2/5

Ergibt in der Formel und damit den Faktor/Punkte für den zweiten Platz:

P1(4/5) / P2(2/5) = 2,0

(Exakt verkehrt herum wird der 4. Platz berechnet, was zu einer 0,5 führt)

Und so kann man sich auch JEDEN Platz in jeglicher Größenordnung ausrechnen.

Fazit: Der Rang ist nichts anderes als die (transformierte bzw. skalierte) Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Platz in einer bestimmten Partiegröße zu erreichen. Also wenn jemand 3x 1. und 2x 2. und 3x 4. wird (5er Runden), wie hoch die Wahrscheinlichkeit für genau diese Platzierungen ist.

(Die Transformierung/Skalierung hat nur den Sinn, die Differenzen zweier Spieler vergleichbar zu machen. Jeder Punkt Anstieg im Rang z.B. von 1,0 auf 2,0 oder 10,0 auf 11,0 oder 1001,0 auf 1002,0 ist immer exakt gleich viel wert. Damit lässt sich der tatsächliche Abstand zwischen den Spielern besser feststellen (Zu Sebastian und mir ist er geringer (0,20), als zwischen Melanie und Sebi (1,21))

 

Ich versuche es vielleicht Mal mit einem anderen, vielleicht anschaulicheren Beispiel: Ihr müsst euch das wie Wettquoten vorstellen. Es gibt eine sehr hohe Quote wenn man das exakte Fußballergebnis errät (z.B. 2:1), spielt man noch weitere Torwetten (z.B. 2:1 UND 3:1), steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit es zu erraten/betroffen zu sein, die Nettoquote ist aber deutlich geringer (da ja nicht beide Eriegnisse eintreten können, man doppelt so viel Einsatz braucht usw.). Daher ist auch die Punkteausbeute deutlich geringer 1. ODER 2. zu werden (da der Spieler 2 Möglichkeiten hat diese Plätze zu erreichen). Und für den 3. dann natürlich noch mehr. Usw.

Und ein höherer Rang besitzt dann einen höheren Wert (Quote), und das steht bei Wetten auch für etwas das unwahrscheinlicher ist (in unserem Fall Platzierungen die unwahrscheinlicher sind). Ein Rang (Quote) von 2,13 (Melanie), das klingt nach einer Quote die durchaus wahrscheinlich zu gewinnen ist, sie hat also Platzierungen erreicht die nicht ganz ungewöhnlich sind. Man würde aber wohl eher selten auf etwas setzen das eine Quote von 6,05 (Marcel) hat. Die Chance dass so etwas passiert ist doch deutlich geringer. In seinem Fall waren es die vielen letzten Plätze. Statistisch gesehen ist es eben wirklich sehr unwahrscheinlich dass eine Person in 14 Spielen 7 letzte Plätze (meist auch in 5er Runden) erreicht.

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Dennoch ist es sehr schwer zu erklären. Ich habe das auch nicht selbst erfunden, sondern selbst wo „abgeschaut“. Details und die Seiten von denen ich das habe, wo auch exakt unsere Probleme noch Mal genau durchgedacht und bearbeitet werden, schicke ich sowieso intern an unsere Gruppe raus, und will ich hier nicht weiter nennen.



3) Sebastian B. hat ebenfalls gemeint, dass keiner über 100 Spiele immer gut spielen kann. Das ist richtig. Aber das ist doch auch bei diesem System völlig egal!! Ich meine, bitte, ein Saisonsieger ist deshalb ein Saisonsieger (wie in der Formel 1, Skifahren = Weltcup, Fußballliga, Eishockey und JEDER anderen Sportart!!), weil er eben diese Anzahl an Spielen/Rennen (in unserem Fall waren es eben 20) die BESTEN Leistungen erbracht hat. Da gehts doch nicht darum 100 gute Spiele zu haben. Und was Herr B. offentlich auch nicht ganz verstanden hat, wir WOLLEN doch herausfinden wer der beste in diesem Jahr war oder nicht?? Und das Ziel soll es sein in einem Jahr eben möglichst konstant gute Leistungen zu haben, das ist in J E D E R Sportart so bitte sehr.

 

Es gibt aber eben ein ganz entscheidendes Problem. Es spielen nicht alle Leute in der Liste gleich oft. Und daher habe ich auch ein etwas modifiziertes System und eben nicht die Formel 1, Ski oder was auch immer-Wertung die vielen sicherlich mehr behagen würde (auch mir). Nur mit meiner Methode ist es möglich Leute die nicht jedes Mal dabei sind auch in diese Liste miteinzubeziehen und fair zu bewerten, nämlich anhand der konkreten Leistungen, hat er überdurchschnittlich gut gespielt, wie hoch war die wahrscheinlichkeit, UNABHÄNGIG der Anzahl der Spiele, sondern nur anhand SEINER Ergebnisse. Denn eigentlich gibt es nur einen der alle Spiele gespielt hat, und das war ich selbst. Also hätten wir dann eine Ranglista/Liga mit nur einem einzigen Spieler: Ronald P. Also an alle Kritiker (Sebastian B.) ihr müsst verstehen, dass das die einzig sinnvolle Möglichkeit ist, und wie gesagt, es sollte einfach das Ziel sein in einem Jahr/Saison möglich oft gut zu spielen (wie im Sport auch)!

 

Dennoch werden wir nächstes Mal noch darüber reden. Ich bin nach wie vor offen für Neuerungen!

Mit diesem doch sehr intensiven und leidenschaftlichen posting  😉  gebe ich ab zu euch. Freue mich über jede konstruktive Kritik und vor allem sinnvolle Verbeserungsvorschläge!

Ronald „Statistic“ P.

2 Gedanken zu „Spieleranking Special: Bewertungssystem

  1. Auch von mir herzrlichen Dank zu Deiner Mühe detailierte Aufschlüsselung der Statistiken und für mich lesbare Grafiken für uns bereitzustellen um eine Übersicht über seine persönliche Leistung (Ja, ich weiß, meine war ganz mies) in der Sasion 12′ zu bekommen.

    Ich werde noch im Laufe der Tage die Excel Tabelle genauer unter die Lupe nehmen, sofern ich diese von Ben oder von Dir übermittelt bekomme. Das Prinzip, das Du hier erklärst, habe ich verstanden und würde gerne die Wertung um einen Faktor erweitern:

    Mein Anliegen ist es die Erfahrung eines Spielers in einem Spiel zu gewichten. Genauer gesagt, Spieler, die schon erfahren in einem Spiel sind, können weniger Punkte bei diesem Spiel holen, als bei eine Spiel, das sie weniger gespielt haben. In einem Beispiel erläutert bedeutet dies folgendes:

    Nehmen wir an ein erfahrener Spieler also zB Ronald, der zB 7Wonders schon 5-mal gespielt hat, trifft in einer 5er-Spielerrunde gegen einen unerfahrenen Spieler wie zB Sebi, der das Spiel sagen wir erst einmal gespielt hat, aufeinander, müsste der Sieg zB vom Sebi mehr Punkte bringen, als ein Sieg von Ronald. Sprich ein Sieg mit wenig Erfahrung bringt mehr Punkte als ein Sieg mit viel Erfahrung. Umgekehrt genauso, eine Niederlage mit viel Erfahrung wird mehr Punkte kosten als eine Niederlage mit weniger Erfahrung.

    Das führt dazu, dass ein Spieler ein Meister in mehrern Disziplinen sein muss, um als Spielerkönig der Saison gekrönt zu werden.

    Das hat auch den Vorteil, dass durch diese Regel Neueinsteiger nicht benachteiligt, sondern nach Ihrer Erfahrung gewertert werden.

    Wenn ich das Bewertungssystem richtig verstanden habe, kann man den Warscheinlichkeits/Erwartungs Quotienten beibehalten, müsste aber dies noch mit einem Erfahrungs-Koeffizienten erweitern. Wie genau das ausschauen muss, mache ich mir in nächsten Jahr gedanken 😉

    Bis dahin, einen guten Rutsch und lasst es krachen!!

    PS: Mein Vorsatz für das nächste Jahre lautet definitiv:
    „FROM ZERO TO HERO“

  2. So, wirklich vielen dank fürs Managen der vielen Tabellen und Statistiken…

    Im Grunde genommen habe ich 2 Ideen

    meine Erste wäre, wieso führt man nicht pro Session 1-2 Streich-Ergebnisse ein (damit wenn man einen schlechten Tag hat dieses dann ausgleichen kann)

    meine Zweite wäre, Spiele unter 3 Teilnehmern sollten verboten gehören damit glaube ich ein guter Mix an Spielern entstehen kann..

    Sonst ist es wirklich schwer, der erste sollte auch belohnt werden, dass er gewinnt aber vielleicht kann mann einfach nur einen Bonus einführen, wenn er dies auch mehrere Male schafft… und dafür bekommt er nur einen kleineren Abzug, wenn er dann doch einmal letzter wird…

    Oder Kopfgeld, wenn man als 4. der Tabelle den 1. HINTER-SICH lässt….

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