U-Bahn Story

Es geschah gestern Früh. Ich hatte etwas verschlafen und machte mich schnell auf den Weg in die Schule. Vor Eile hab ich meinen MP3-Player vergessen mit dem ich immer meine U-Bahn Fahrt überbrücke.

Apropos Eile: Wenn die nette Dame, die mich an dem Tag so dezent aufgehalten hat, das hier jetzt ließt (was ich sehr bezweifle), könnten sie bitte das nächste Mal mit ihrem kleinen Kind ein bisschen weniger Platzeinnehmend sein? Unsere U-Bahn Station wird gerade umgebaut, somit sind einige Teile der Gänge weniger als die Hälfte so groß als sonst. Und bei den normalen Abschnitten ist es schon eng und wenn es jemand eilig hat, will er nicht unbedingt von einer fleischnen Kette aus Mami und Kind augehalten werden. Dankeschön.

Nun, irgendwann kann ich in meine U-Bahn, ohne Musik. Ich las ein bisschen Zeitung, als ich das erste Merkwürdige bemerkte. Der Typ der die Stationen immer ansagt hat einige neue Wörter gelernt: „Ausstieg links“ (oder so ähnlich)
Was zur Hölle? Ich mein, ich hab das schon in Berlin oder so mitbekommen, dass es anscheinend notwendig ist für den letzten Vollspasst, damit er nicht hundertmal versucht die falsche Tür aufzureißen. Aber in Wien? Ich hielt die wiener Bevölkerung immer für so klug, dass sie sich zur richtigen Tür stellen, auch wenns erst in der Station ist. Denn sehr viel Zeit spart man sich nicht wenn man schon 100 Meter vor der Station richtig steht…

Als ich anfing diesen Artikel im Gedanken mal zu „schreiben“ passierte wieder etwas. Nach dem netten Herrn, der sagt wo es hingeht und wo wir aussteigen müssen, kommt auf einmal ein Drecksbalg, dass und darauf hinwies dass wir doch bitte keine Zeitungen in der U-Bahn lassen sollen.
1.) Wieso muss so ein kleines Scheißkind mir das sagen?
2.) Ich bin froh wenn ich zu Mittag in der U-Bahn noch eine Zeitung finde die ich durchblättern kann.
Aus Protest hab ich meine natürlich liegen gelassen.

Ein paar Stationen später bemerkte ich, dass der U-Bahn Fahrer heute selten rasch ist. Normalerweise gab es ab und zu ein „Bitte einsteigen“ gefolgt von einem „Zug fährt ab“ und einige Sekunden später dann das tatsächliche schließen der Türen. Wenn Zweiteres kommt darf man nicht mehr einsteigen (was in der Realität natürlich anders aussieht, dazu später mehr)
Aber heute hatte er keine Rücksicht auf niemanden. Stille, gefolgt von einem „Zug fährt ab“ mitsamt des Schließens der Türen. Keine Chance für jemanden der gerade auf der Rolltreppe steht/geht/liegt/ect.
Was für ein Arschloch.

Allerdings kann das auch zu ganz witzigen Momenten führen. So wollte jemand gestern Abend noch reinspringen und wurde von den Türen ein wenig eingeklemmt. Nichts außergewöhliches, das passiert ab und zu.
Was danach kam, war aber doch etwas besonderes.
30 Sekunden später meldete sich der Fahrer und sagte etwas wie: „Lieber Passagier, erster Wagon, zweite Tür. Nach den Worten „Zug fährt ab“ ist das ein und aussteigen verboten. Ich bitte sie das einzuhalten und somit ein eventuellen Zusammenstoß mit Türflügeln zu vermeiden. Danke.“
Das ganze mit einem sehr bissigen Ton. Ha! Jemand wurde vom Fahrer zammg’schissen.
Find ich gut.

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